Ländliche Entwicklung

BauernhofDie zunehmende Nachfrage nach biologischen Lebensmitteln hat für alle Bereiche der Lebensmittelkette zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Dazu gehört auch die ökonomische und soziale Entwicklung vieler ländlicher Gebiete innerhalb der EU.
Der jährliche Marktzuwachs von Bioprodukten beträgt 10–15%.

Neben einer größeren finanziellen Sicherheit für Biolandwirte, Verarbeiter, Vertreiber und Einzelhändler wirken sich die finanziellen Vorteile dieses Trends auch auf die weitere ländliche Gemeinschaft aus - sowohl direkt als auch indirekt.

Arbeitsplätze

Es liegt in der Natur der biologischen Landwirtschaft, dass sie zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Bildung von großen ländlichen Gemeinschaften sowie zur Gesundheit der ländlichen Bevölkerung beiträgt. Folgende Faktoren haben daran ihren Anteil:

  • Biohöfe tendieren dazu, kleiner und vielfältiger als nicht biologische Betriebe zu sein, die im Vergleich dazu oft größer sind und intensiver bewirtschaftet werden
  • die oft größere Arbeitsintensität, die durch die Beschränkung von Betriebsmitteln und durch die Verwendung von physikalischen und mechanischen Produktionsmethoden entsteht
  • die hohe Vereinbarkeit von Biobetrieben mit ländlichen Unternehmungen und dem Biotourismus
  • die Eröffnung von neuen Forschungsgebieten für Wissenschaftler (Pflanzenschutz, artgerechte Tierhaltung, erneuerbare Ressourcen)

Auch die Gesundheit der Biobauern profitiert, da sie nicht mit Chemikalien wie chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten müssen. Zudem machen sie die Erfahrung, dass sie sich den Respekt der Konsumenten erwerben, da immer mehr Menschen um die Vorteile der biologischen Produktion für Umwelt, artgerechte Tierhaltung und Sozioökonomie wissen.

Die Landschaft

Die biologische Landwirtschaft bringt attraktivere natürliche Landschaften hervor, da sie den Schwerpunkt auf Folgendes legen:

  • das Anlegen von Hecken und Wiesen
  • die Erhaltung heimischer Flora und Fauna
  • den Schutz und die Verbesserung von Wasser- und Bodenressourcen
  • die Verwendung einheimischer Pflanzen- und Tierarten sowie anderer einheimischer Ressourcen

Umgekehrt tragen all diese Methoden zur Attraktivität der ländlichen Gebiete bei. Dadurch wiederum ziehen sie in einer Zeit, in der die ländliche Bevölkerung EU-weit schwindet, mehr Menschen an oder verhindern deren Wegzug.

Die Warenkette

Die biologische Landwirtschaft sorgt auch dafür, dass ländliche Gemeinschaften stärker in die Lebensmittelwarenkette eingebunden sind. Dies geschieht durch:

  • die Verwendung zahlreicher Vermarktungskanäle – z.B. Verkäufe am Bauernhoftor, Hofläden, Bauernmärkte und Bestellungen übers Internet
  • neue und vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten
  • die Wahl von kürzeren Transportwegen zum Absatzort

Diejenigen, die Teil der biologischen Warenkette sind, sind oft aktiv an mehr als einer Stufe dieser Kette beteiligt. Die Landwirte sind stolz auf ihre biologischen Erzeugnisse und hegen großes Interesse für sie. Oft nehmen sie auch an der Verarbeitung und Vermarktung ihrer Erzeugnisse teil.

Landwirte kommen damit auch oft mit den Konsumenten direkt in Verbindung, z.B. über den Verkauf der Erzeugnisse. Sie können so den Konsumenten genau erklären, wie die Lebensmittel hergestellt wurden und welche weitreichenden Vorteile eine nachhaltige Herangehensweise für die Lebensmittelproduktion hat. Auf diese Weise schaffen sie bei den Konsumenten ein Bewusstsein für die Auswirkungen des Konsums von Biolebensmitteln und -getränken.