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Was ist biologische Landwirtschaft?
Einfach ausgedrückt, ist die biologische Landwirtschaft ein landwirtschaftliches System, das Sie, den Konsumenten, mit frischen, geschmackvollen und authentischen Lebensmitteln versorgt, wobei gleichzeitig natürliche Lebenskreisläufe respektiert werden.
Prinzipien
Um dies zu erreichen, basiert die biologische Landwirtschaft auf einer Anzahl von Zielen und Prinzipien sowie auf Praktiken, die darauf ausgelegt sind, den menschlichen Einfluss auf die Umwelt zu minimieren. Dadurch wird gewährleistet, dass das landwirtschaftliche System so natürlich wie möglich funktioniert.
Typische Praktiken des Biolandbaus beinhalten:
- Mehrjährige Fruchtfolgen als Voraussetzung für eine effektive Nutzung von lokal verfügbaren Ressourcen
- Verbot der Verwendung chemisch synthetischer Pflanzenschutzmittel und synthetischer Düngemittel sowie äußerst eingeschränkter Gebrauch von Tierantibiotika, Lebensmittelzusatzstoffen und Verarbeitungshilfsstoffen sowie anderen Zusatzstoffen
- Absolutes Verbot für die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen
- Nutzung von lokal vorhandenen Ressourcen wie z.B. Stalldünger zum Düngen oder hofeigenes Futter
- Auswahl von Pflanzen- und Tierarten, die krankheitsresistent und an lokale Bedingungen angepasst sind
- Aufzucht von Nutztieren in Freilauf- und Freilufthaltung sowie ihre Versorgung mit Biofutter
- Artgerechte Tierhaltungspraktiken, die auf die verschiedenen Tierarten abgestimmt sind
Warenkette
Aber die Biolandwirtschaft ist auch Teil einer größeren Warenkette, die die Lebensmittelverarbeitung, den Lebensmittelgroßhandel, den Einzelhandelssektor und letzten Endes auch Sie umfasst. Jedes Glied dieser Warenkette ist so gestaltet, damit es die ihm zugeteilte wichtige Rolle spielen kann und die verschiedenen zusätzlichen Vorzüge, die mit biologischer Lebensmittelproduktion einhergehen, sichern kann. Vorzüge, die sich über eine weite Palette von Gebieten erstrecken, wie sie an anderer Stelle auf dieser Webseite ausführlich vorgestellt werden. Dazu gehören:
Jedes Mal, wenn Sie einen Bioapfel in Ihrem örtlichen Supermarkt kaufen oder einen Wein aus biologischen Trauben von der Speisekarte Ihres Lieblingsrestaurants aussuchen, können Sie sicher sein, dass diese Produkte nach strengen Regeln produziert wurden. Diese zielen darauf ab, die Umwelt und die Tiere zu respektieren.
Regeln
In der EU sind diese Vorgaben schriftlich festgelegt in:
- der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 die zwischenzeitlich novelliert wurde durch:
- die Verordnung (EG) Nr. 967/2008 des Rates vom 29. September 2008 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen
In der Verordnung setzt die Kommission die obligatorische Verwendung des EU-Prüfsiegels für biologisch kontrollierte Produkte auf allen vorverpackten Produkten aus ökologischem/biologischem Anbau sowie den Hinweis auf den Ursprung der landwirtschaftlichen Inhaltsstoffe aus, deren Angabe zusätzlich zum Prüfsiegel bis zum 1. Juli 2010 erforderlich war.
Detaillierte Regeln zu ökologisch/biologisch kontrolliertem Anbau, der Verarbeitung, dem Vertrieb, der Kennzeichnung und zu Kontrollmechanismen sind im Rahmen der folgenden EG-Verordnung berücksichtigt worden:
- Die Verordnung (EG) Nr. 889/2008 der Kommission vom 5. September 2008 gibt detaillierte Anweisungen zur Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über dier ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle.
Diese Verordnung wurde zwischenzeitlich durch neue Vorgaben zur ökologischen/biologischen Hefeherstellung ersetzt:
- Verordnung (EG) Nr. 1254/2008 der Kommission vom 15. Dezember 2008 sowie die Verordnung Nr. 889/2008 mit detaillierten Anweisungen für die Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle.
Neue Vorgaben für ökologische/biologische Aquakultur und Algen werden folgen.
Logo und Kennzeichnung
In der derzeitigen Gesetzgebung der EU zur ökologisch/biologisch kontrollierten Produktion sind Vorgaben für die Produktion von Pflanzen und Tieren sowie für die Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Futtermitteln hinterlegt, die als ökologisch/biologisch kontrolliert gekennzeichnet werden. Alle Erzeugnisse mit dem EU-Prüfsiegel für ökologisch/biologisch kontrollierte Produkte müssen entsprechend der Bio-Gesetzgebung der EU hergestellt sein. Um den Weg von ökologischen/biologischen Produkten nachverfolgen zu können, müssen Name und Kennnummer der Behörde, die den Bio-Hersteller zertifiziert hat, aus der Kennzeichnung ersichtlich zu sein.
Zur einfacheren Erkennung von Nahrungsmitteln aus ökologisch/biologisch kontrollierter Produktion in Läden werden vom 1. Juli 2010 neue Kennzeichnungspflichten eingeführt, die eine obligatorische Verwendung des EU-Prüfsiegels für vorverpackte Nahrungsmittel aus ökologisch/biologisch kontrollierter Herstellung in der EU vorsieht. Die Herkunft der angebauten Inhaltsstoffe muss neben dem Prüfsiegel und der Kennnummer der zertifizierenden Behörde aus der Kennzeichnung ersichtlich sein.
Außerdem gibt es viele private ökologische /biologische Qualitätsanforderungen in den EU-Mitgliedsstaaten, von denen die meisten ihre eigenen Bio- Prüfsiegel haben. Allen liegt jedoch die einheitliche Bio-Gesetzgebung der EU zugrunde.
Fakten
Statistiken zeigen, dass viele Verbraucher in der EU Produkte mit diesen Bio-Siegeln suchen, wenn sie Lebensmittel einkaufen oder im Restaurant oder in der Kantine essen wollen.
Laut Studien wächst der Markt für ökologische/biologische Produkte um 10 bis 15 Prozent pro Jahr.
Für weitere Informationen besuchen Sie den Bereich Nachfrage.

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