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Aquakultur

Am 1. Juli 2010 traten neue Rechtsvorschriften für die ökologische/biologische Aquakultur von Fisch, Schalentieren und Meeresalgen in Kraft. In Verordnung 710/2009 werden Voraussetzungen für die Produktionsbedingungen im Meer und die Auswirkungen auf andere Arten festgelegt.   Überdies befasst sie sich mit der Trennung von konventionellen und ökologischen/biologischen Produktionsbereichen und dem Wohlergehen der Tiere, z. B. der Höchstbesatzdichte, einem messbaren Faktor für den Tierschutz.

Ein Beispiel:

Die Höchstbesatzdichte für Lachs wurde auf 10 Kilo pro Kubikmeter (kg/m3) in Netzgehegen in Meerwasser und 20 kg/m3 in Süßwasser festgelegt.

Für Meerbarsch und Seebrasse beträgt die Höchstbesatzdichte 15 kg/m3 im Meer und vier kg/m3 in Teichen und Küstenseen.

Die Regeln sehen auch vor, dass die Artenvielfalt zu wahren ist, außerdem ist Laichen mithilfe künstlicher Hormone verboten. Futtermittel müssen ökologisch/biologisch sein und können durch Fischfutter ergänzt werden, das aus nachhaltig betriebener Fischerei stammt. Für Schalentiere und Meeresalgen wurden besondere Vorschriften formuliert.

2008 gab es schätzungsweise 123 ökologische/biologische Aquakulturbetriebe in Europa (225 weltweit).  In diesem Jahr wurden in den europäischen Betrieben etwa 50 000 Tonnen Fisch- und Schalentiere erzeugt, das entspricht der Hälfte der weltweiten Produktion.   Die Produktionsstatistiken für die ökologische/biologische Erzeugung im Jahr 2012 in den wichtigsten europäischen Erzeugerländern wurden in der Ausgabe 2013 des Magazins „Aquaculture Europe“, veröffentlicht und von der Europäischen Gesellschaft für Aquakultur (EAS) in einem Artikel mit dem Titel The current status and future perspectives of European Organic Aquaculturepdf aufgelistet.

Die wichtigsten Erzeugerländer der EU sind Irland, das Vereinigte Königreich, Griechenland, Frankreich und Deutschland. In den Betrieben wird vor allem Lachs erzeugt. Biolachs kostet in etwa 50 % mehr als Lachs aus konventioneller Aquakultur.  Besonders in Frankreich und Deutschland wächst der Markt für Biolachs sehr schnell. Derzeit werden in Frankreich für etwa 17 Mio. Euro Meeresprodukte mit dem EU-Bio-Logo verkauft – von 2007 bis 2008 wuchs dieser Markt um 220 %. In Deutschland sind Bio-Fisch und Bio-Meeresfrüchte nicht nur in spezialisierten Geschäften erhältlich, sondern auch in einigen Discounter-Ketten, die Filialen in der gesamten EU haben.