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Obst und Gemüse

Obst und Gemüse: Krisenvorsorge und -bewältigung

Zur Verringerung krisenbedingter Schwankungen im Einkommen von Obst- und Gemüseerzeugern werden im Rahmen der von Erzeugerorganisationen durchgeführten operationellen Programme EU-Mittel zur Krisenvorsorge und -bewältigung bereitgestellt.

Sechs Arten von Maßnahmen können gefördert werden:

Die einzelstaatlichen Behörden legen in ihrer nationalen Strategie fest, welche dieser Maßnahmen in ihrem Land unterstützt werden können.

Erzeugerorganisationen können Darlehen zu marktüblichen Bedingungen aufnehmen, um Maßnahmen zur Krisenvorsorge und -bewältigung zu finanzieren. Die Rückzahlung von Kapital und Zinsen dieser Darlehen kann im Rahmen der operationellen Programme der Erzeugerorganisationen gefördert werden.

 

Marktrücknahme

Dabei handelt es sich um Erzeugnisse, die aus dem Markt genommen (d. h. nicht zum Verkauf angeboten) werden.

Die Beihilfehöchstbeträge (Beitrag der EU und der Erzeugerorganisation) für die Marktrücknahme von 16 wichtigen Erzeugnissen sind in Anhang X der Verordnung Nr. 1580/2007 български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)hrvatski (bg)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) festgelegt.

Lässt ein Land die Marktrücknahme anderer Erzeugnisse zu, müssen ebenfalls Beihilfehöchstbeträge festgesetzt werden.

Die Rücknahmemenge eines jeden Erzeugnisses darf 5 % des von der Erzeugerorganisation vermarkteten Produktionsvolumens nicht überschreiten (kostenlos verteilte Mengen werden dabei nicht berücksichtigt).

Das Volumen der vermarkteten Erzeugung wird berechnet als Durchschnitt der Menge der vermarkteten Erzeugung in den letzten drei Jahren bzw., wenn diese Angaben nicht vorliegen (z. B. bei gerade erst anerkannten Erzeugerorganisationen), auf der Grundlage des Volumens der vermarkteten Erzeugung, für die die Erzeugerorganisation anerkannt wurde.

Die Art der Verwertung von Marktrücknahmen wird von den nationalen Behörden bestimmt. Eine Variante muss jedoch in jedem Fall die kostenlose Verteilung sein.

Möglicherweise können die aus dem Markt genommenen Erzeugnisse auch an die Verarbeitungsindustrie abgegeben werden, sofern Wettbewerbsverzerrungen in den betreffenden Branchen (in oder außerhalb der EU) ausgeschlossen sind.

 

 

Ernte vor der Reifung oder Nichternten

  • Ernte vor der Reifung– vollständiges Abernten nicht marktfähiger (aber unversehrter) Erzeugnisse auf einer bestimmten Fläche vor dem Beginn der normalen Ernte.
  • Nichternten– Verzicht auf jede gewerbliche Erzeugung auf einer bestimmten Fläche während des normalen Anbauzyklus. Die Vernichtung von Erzeugnissen aufgrund von Witterungsverhältnissen, Krankheiten oder Schädlingsbefall gilt nicht als Nichternten.

Beide Maßnahmen verstehen sich als ergänzend und abweichend von der normalen Anbaupraxis.

Sie können nicht beide für dasselbe Erzeugnis und dieselbe Fläche in einem bzw. in zwei aufeinander folgenden Jahren angewendet werden.

Länder, die eine Ernte vor der Reifung oder ein Nichternten zulassen, müssen ausführliche Bestimmungen zur Umsetzung und Kontrolle dieser Maßnahmen festlegen. Diese Maßnahmen dürfen sich zudem nicht negativ auf die Umwelt oder den Pflanzenschutz auswirken.

Ausgleichszahlungen (einschließlich der Beiträge der EU und der Erzeugerorganisationen)

Die Höhe der Ausgleichszahlungen wird von den nationalen Behörden pro Hektar festgesetzt und deckt entweder

  • nur die durch die Ernte (einschließlich Umwelt- und Pflanzenschutzmaßnahmen) entstandenen zusätzlichen Kosten oder
  • maximal 90 % des Höchstausgleichs für Marktrücknahmen ab.

 

 

Vermarktungsförderung, Kommunikation, Aus- und Weiterbildung

Länder, die diese Maßnahmen unterstützen, müssen ausführliche Umsetzungsbestimmungen erlassen.

Jede Maßnahme in diesem Rahmen muss zusätzlich zu den laufenden Vermarktungs- und Kommunikationsaktivitäten der betreffenden Erzeugerorganisation erfolgen.

 

 

Ernteversicherung

Von einer Erzeugerorganisation getroffene Maßnahmen zur Ernteversicherung, die zum Ausgleich des Einkommens der Mitglieder dienen und Verluste durch Naturkatastrophen, Witterungsverhältnisse, Krankheiten oder Schädlingsbefall abdecken, können mit EU-Mitteln unterstützt werden.

Die nationalen Behörden erlassen ausführliche Bestimmungen zur Ernteversicherung und stellen sicher, dass es dadurch nicht zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Versicherungsmarkt kommt.

Die Mitgliedstaaten können außerdem zusätzliche nationale Beihilfen gewähren. Die gesamte öffentliche Förderung für die Ernteversicherung (EU und national) darf jedoch die folgenden Höchstsätze nicht überschreiten:

  • 80 % der von den Erzeugern gezahlten Versicherungsprämien für Ernteverluste durch widrige Witterungsverhältnisse, die Naturkatastrophen gleichzusetzen sind;
  • 50 % der von den Erzeugern gezahlten Versicherungsprämien für Ernteverluste durch Naturkatastrophen, widrige Witterungsverhältnisse, Tier- und Pflanzenkrankheiten oder Schädlingsbefall.

Die Ernteversicherungsmaßnahmen decken keine Versicherungszahlungen, die die Erzeuger für über 100 % der entstandenen Einkommensverluste entschädigen, wobei Ausgleichszahlungen für das versicherte Risiko aus anderen Beihilferegelungen zu berücksichtigen sind.

 

 

Finanzhilfen zu den Verwaltungskosten für die Einrichtung von Risikofonds auf Gegenseitigkeit

EU-Förderungen sind in den ersten drei Jahren nach der Einrichtung eines Risikofonds möglich und entsprechen dem folgenden Anteil des jeweiligen Beitrags der Erzeugerorganisation:

 

Jahr 1

Jahr 2

Jahr 3

Mitgliedstaaten, die der EU nach 2003 beigetreten sind

  10 %

  8 %

  4 %

Alle anderen EU-Länder

  5 %

  4 %

  2 %

 

Die nationalen Behörden müssen ausführliche Vorschriften zur Umsetzung dieser Maßnahme erlassen. Sie können Höchstbeträge für die Finanzhilfen festlegen, die eine Erzeugerorganisation erhalten kann.

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