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Landwirtschaft und Umwelt

Rohstoffe und Energiepflanzen: eine lange Tradition und ein Potential für zukünftige Entwicklung

Alain JOARIS (Eurostat)

Der Anbau von Pflanzen für den Non-Food-Bereich (nachwachsende Rohstoffe) hat in den 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine lange Tradition. Die Zunahme ihrer Bedeutung liegt u.a. daran, daß erneuerbare Energieträger gefunden werden müssen, um Umweltbelastungen zu reduzieren und beispielsweise der Klimaveränderung entgegenzuwirken. Aber auch andere industrielle Verwendungszwecke werden entwickelt. Die Landwirtschaft könnte in Zukunft erhebliche Mengen an Industrieprodukten und Energieträgern liefern. Biomasse könnte eine Alternative zu den nicht erneuerbaren Energiequellen sein. Nachdem die Produktivitätssteigerungen zu einem Überangebot an Nahrungsmitteln geführt haben, könnte die alternative industrielle Nutzung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zunehmend wettbewerbsfähig werden.Seit 1993 sind die Landwirte dazu übergegangen auf Stillegungsflächen landwirtschaftliche Rohstoffe für den Non-Food-Bereich anzubauen. Dies ist die zweithäufigste Nutzung brachliegender Flächen im Rahmen der Stützungsregelung zur Flächenstillegung. In den letzten Jahren wurden 10-15% der stillgelegten Flächen zum Anbau von Pflanzen für den Non-Food-Bereich genutzt. In Verbindung mit verschiedenen steuerpolitischen Maßnahmen konnte so der Anbau von Pflanzen zur Herstellung von umweltfreundlichem Biokraftstoff und biologisch abbaubaren Kunststoffen gefördert werden.

Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen

Die Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen hat in der Landwirtschaft der Europäischen Gemeinschaft eine lange Tradition. Früher beschränkte sich diese Produktion weitgehend auf Textilfasern (Flachs, Baumwolle, Hanf), Stärke zur industriellen Verwendung, Pflanzenöle, chemische und pharmazeutische Produkte und Arzneipflanzen. Eine ganze Reihe weiterer Verwendungszwecke wurde oder wird zur Zeit entwickelt.

Flachs wird schon seit Jahrhunderten genutzt. Dank seiner überragenden Qualität und Eigenschaften ist er ein wichtiger Bestandteil vieler Produkte, die wir heute verwenden. Durch den Einsatz von Flachs werden Verkleidungen und Fußbodenbeläge angenehmer, wird Beton härter, und Faserprodukte werden verstärkt. Außerdem wird Flachs bei der Herstellung von Feinpapier, von Verbundstoffen und von Öl für die Kosmetikindustrie eingesetzt.

Auch Mais wird in zunehmendem Maße in der Industrie verwendet, und das nicht nur zur Erzeugung von Bioenergie. Für verschiedene industrielle Prozesse wie Oberflächenbehandlung und Wärme- und Schallisolierung sind die Maisspindeln interessant. Maischips können zur Verpackung von zerbrechlichen Waren verwendet werden.

Die Industrie setzt inzwischen neue Leinölprodukte in Farben und als Kleberzusatz in Faserplatten ein. Leinölprodukte können einige Lösemittel und auf Erdöl basierende Chemikalien in den Produktformeln ersetzen. Auf diese Weise wird die Luftverschmutzung eingedämmt. Linoleum ist ein besonders belastbarer Fußbodenbelag und ein attraktives Material für das nächste Jahrhundert. Linoleum enthält etwa 30 Prozent Leinöl. Es ist vollständig biologisch abbaubar: die Abfälle zersetzen sich.

Dem Bereich Bioenergie gilt zur Zeit die größte Aufmerksamkeit. Abgesehen von der Direktverbrennung hat sie jedoch nur einen geringen Anteil am Brennstoffmix. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern sind die Produktionskosten für Biokraftstoff immer noch sehr hoch und unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig, da sich der ökologische Nutzen solcher Brennstoffe im Vergleich zu traditionellen Brennstoffen nicht im Preis niederschlägt. Im Weißbuch der Kommission über erneuerbare Energieträger wird festgestellt, daß Biokraftstoffe insgesamt eine positive Energiebilanz haben, auch wenn diese je nach Pflanzenart unterschiedlich ausfällt und mit davon abhängt, welche Pflanzen ersetzt worden sind 1.

Die Reform der GAP hat die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen gefördert (Kasten 1). Der Anteil der Stillegungsflächen an dieser Nutzungsform hat in der Gemeinschaft in kurzer Zeit rapide zugenommen (1993/94 betrug er 17% für EUR-12 und 1995/96 für EUR-15 bereits 44%). Nach jüngsten Schätzungen hat sich dieser Anteil inzwischen bei 20% eingependelt. Raps bedeckt etwa 80% der Stillegungsflächen mit nachwachsenden Rohstoffen. Diese besonders wichtige Energiepflanze wird zur Herstellung von Biodiesel verwendet (Tabelle 1).

Baumwolle ist der traditionell wichtigste nachwachsende Rohstoff, der vor 1993/94 einen Anteil von etwa 30% an der gesamten mit nachwachsenden Rohstoffen bebauten Fläche hatte. Das war das Fünf- bis Siebenfache der Flachsanbaufläche. Baumwolle wird vor allem in Griechenland angebaut (1995 mehr als 400.000 ha), in Spanien (35.000 ha 1995 und 65.000 ha 1990) und kleine Mengen auch in Italien. 1993/94 (EU 12) war Baumwolle der wichtigste nachwachsende Rohstoff. 1994/95 (EU 15) 2 trat Raps an seine Stelle und behielt die Position für die nächsten drei Wirtschaftsjahre. Seit 1997 steht Baumwolle wieder an erster Stelle. Die Fläche, auf der Non-Food-Raps angebaut wird, hängt unmittelbar mit der Größe der Stillegungsfläche zusammen, d.h. sie geht zurück, wenn die Stillegung herabgesetzt wird.

Flachs ist ein anderer traditioneller nachwachsender Rohstoff, der vor allem in Frankreich, Belgien und den Niederlanden angebaut wird. Seit 1994/95 wächst die Flachsanbaufläche in EUR-15 pro Jahr durchschnittlich um fast 20%, so daß Flachs zu einem der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe geworden ist. Flachs zur Textilherstellung wird auf Stillegungsflächen nicht gefördert, dafür aber Leinsaat zur Ölerzeugung.

Die mit Leinöl bestellte Fläche vergrössert sich am schnellsten von allen Kulturen für den Non-Food-Bereich. Dank der technologischen Fortschritte sowohl bei der Ernte- als auch bei der Verarbeitungstechnologie ist die Produktion in den letzten 5 Jahren durchschnittlich um fast 40% gestiegen (Kasten 2).

Die Aussichten für die Primärenergieerzeugung aus Erneuerbare Energieträger 

Primärenergieerzeugung (PEE) ist die gesamte einheimische Energieerzeugung. Die einheimische Energieerzeugung der Gemeinschaft deckt etwas mehr als die Hälfte ihres Bedarfs, und das Angebotsdefizit vergrößert sich. Erneuerbare Energieträger (EET) sind aus Umweltschutzgründen positiv zu bewerten und tragen zur Verminderung der Abhängigkeit von Ölimporten aus Drittstaaten bei. Biomasse und Windenergie stellen zwei Arten erneuerbarer Energieträger dar, die auch für die Landwirtschaft eine Alternative bieten (Kasten 3). 1996 trugen erneuerbare Energieträger (EET) 2,3% zur zusätzlichen PEE bei, und ihr Anteil an der Primärenergieerzeugung betrug weniger als 10%. Ihr Beitrag zum Gesamtenergieverbrauch (GEV) ist vergleichbar mit den Zahlen, die aus den USA vorliegen (Tabelle 2). 

Wasserkraft und Biomasse/Abfall sind die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen in der EU genau wie in den USA. Der Beitrag der anderen EET ist geringer, dafür nimmt ihr Anteil sehr schnell zu (Tabelle 3).

Das vorhandene technische und wirtschaftliche Potential für große Wasserkraftwerke wird entweder schon genutzt, oder es ist aus Umweltschutzgründen nicht verfügbar. Jede weitere Zunahme der Wasserkraft wird vermutlich aus kleinen Kraftwerken mit weniger als 10 MW stammen. Ihre Produktion hat in den letzten 5 Jahren um 11,8% zugenommen. Inzwischen beträgt ihr Anteil an der Energieerzeugung aus Wasserkraft 13%. Die Produktion der Kraftwerke mit mehr als 10 MW ist zwar um 1% zurückgegangen, aber ihr Anteil beträgt immer noch 87%.

Windenergie verzeichnet zur Zeit die schnellsten Zuwächse. 1996 erzeugte sie achtmal mehr Energie als 1989. Die vorhandenen Windkraftanlagen sind ungleichmäßig über die Europäische Union verteilt. So entfielen 97% der gesamten Windenergieerzeugung 1996 auf sechs Mitgliedstaaten. Deutschland produziert 43% der Windenergie in EUR-15, Dänemark 25%, das Vereinigte Königreich 10%, die Niederlande 9%, Spanien 7% und Schweden 3%. Die Flächen, die in diesen Mitgliedstaaten potentiell für die Windenergieerzeugung nutzbar sind, haben nicht alle die gleichen Wettbewerbschancen, da für einige wegen ihres besonderen Standorts zusätzliche Bau- und/oder Betriebskosten erforderlich sind. Trotzdem kann in naher Zukunft mit einem größeren Beitrag der Windenergie gerechnet werden.

Solarenergie kann aus thermalen oder photovoltaischen Anlagen stammen oder passiv genutzt werden. Etwa 1% stammen aus photovoltaischen und 99% aus thermalen Solaranlagen: 1996 insgesamt 295 KTRÖE. Die meiste Sonnenenergie wird passiv genutzt. Sie erscheint jedoch nicht in der Statistik, denn es handelt sich dabei um Energie, die vor allem durch die Fenster einströmt. Solarenergie wird in Griechenland, Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich und Portugal produziert. 1996 trugen diese Mitgliedstaaten 90% zur Solarenergieerzeugung der EU bei. Das entsprach einem Anstieg gegenüber 1989 um 180%. Deutschland und Österreich rangieren dabei weit vorn mit 400% bzw. 800%.

Statistik über erneuerbare Energieträger

In ihrer Mitteilung "Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger - Weißbuch für eine Gemeinschaftsstrategie und Aktionsplan" 3 beschreibt die Kommission das Potential der EET in der Europäischen Union. Sie stellt fest, daß dieses Potential ungleichmäßig und ungenügend genutzt wird. Regenerative Energien decken derzeit weniger als 6% des Gesamtenergieverbrauchs. Dieser Anteil dürfte sich bis 2010 auf 7,4% bis 9% erhöhen, abhängig von den politischen Vorgaben, die eine wesentliche Rolle spielen. Ehrgeiziges Ziel der Kommission ist es, den Beitrag der EET zum GEV innerhalb von 15 Jahren zu verdoppeln (auf 12% im Jahr 2010). Das hätte netto einen positiven Beschäftigungseffekt von über 500.000 Arbeitsplätzen (Kasten 4).

Zu den erneuerbaren Energieträgern gehören vor allem Biomasse (Kasten 5) und Abfall 4 (Holz, Biokraftstoff, Biogas). Das Rechnungssystem für die EET wurde nach den allgemeinen Eurostat-Prinzipien für die Aufstellung von Energiebilanzen definiert. Damit müßte es möglich sein, harmonisierte Indikatoren für die Bewertung des Beitrags erneuerbarer Energieträger zur Sicherung/Diversifizierung der Energieversorgung zu ermitteln. Für die kleine Anzahl dieser Energiequellen gibt es eine große Zahl von Technologien, von denen viele allerdings wirtschaftlich noch nicht ausgereift sind. In der europäischen Erhebung werden solche Technologien, die sich noch im Forschungs-/Entwicklungsstadium befinden, nicht berücksichtigt. Die verfügbaren Zahlen erfassen nur die Technologien, die bereits zur Gesamtenergiebilanz beitragen oder in naher Zukunft signifikant dazu beitragen können.

Beitrag der Erneuerbare Energieträger in den Mitgliedstaaten

Der Anteil der Primärenergieerzeugung am Gesamtenergieverbrauch der Mitgliedstaaten hängt weitgehend von den vorhandenen fossilen Energiereserven ab. Das Vereinigte Königreich ist als einziger Mitgliedstaat Selbstversorger und sogar Nettoexporteur. An zweiter Stelle stehen die Niederlande, wo die Primärenergieerzeugung einen Anteil von 97% am Gesamtenergieverbrauch hat. Von den übrigen Mitgliedstaaten decken nur Schweden, Dänemark und Frankreich mehr als 50% ihres GEV aus einheimischen Quellen.

In Mitgliedstaaten ohne fossile Energiereserven hängt der Anteil der erneuerbaren Energieträger weitgehend von der Energiepolitik und besonders von gezielten Maßnahmen zur Förderung der EET auf nationaler Ebene ab. Österreich, Portugal, Finnland und Schweden sind die einzigen Mitgliedstaaten, in denen dieser Anteil 1996 mehr als 20% betrug. In Belgien, Deutschland, Irland und Luxemburg liegt der Beitrag der EET unter dem Gemeinschaftsdurchschnitt von 5,3%. Das gilt auch für die Niederlande und das Vereinigte Königreich, allerdings aus anderen Gründen (Abbildung 1).

In den meisten Mitgliedstaaten außer Belgien und den Niederlanden hat sich der Beitrag der EET zum Gesamtenergieverbrauch zwischen 1989 und 1996 erhöht. In Österreich, Finnland und Schweden beruht der Rückgang zwischen 1989 und 1996 auf erheblichen jährlichen Schwankungen im Beitrag der EET zum Gesamtenergieverbrauch und nicht auf einem tatsächlichen Rückgang (Abbildung 2).

Energieerzeugung aus Biomasse 

Die Verbrennung von Feuerholz und von forstwirtschaftlichen/landwirtschaftlichen Produkten ist die wichtigste Technologie zum Einsatz von erneuerbaren Energieträgern in der EU. Ihr Anteil an der Energieerzeugung steigt aber nicht so schnell an wie der Beitrag von Biomasse aus anderen Quellen (Tabelle 4). Hauptanwendungsbereich ist die Erzeugung von Dampf und Wärme, während Elektrizität mit weniger als 3% im Jahr 1996 nur einen geringen Anteil hat. Der Brennholzverbrauch in privaten Haushalten ist überwiegend (schätzungsweise zu 2/3) nicht kommerzialisiert.

12% der kommunalen Abfälle werden in den Mitgliedstaaten verbrannt. Dies entspricht einer Energieausbeute von etwa 5,1 MTRÖE im Jahr 1996.

Forstwirtschaft

In der Forststatistik der EU ist die wachsende Bedeutung der Brennholzproduktion abzulesen mit einer Zunahme um 16% zwischen 1991 und 1995 und einer Verringerung des Handelsbilanzdefizits für dieses Produkt gegenüber Drittstaaten (Tabelle 5).

Brennholz hat nicht in allen Mitgliedstaaten das gleiche Gewicht (Kasten 6). 1995 entfielen auf die acht Mitgliedstaaten, in denen der Brennholzanteil unter dem Durchschnitt in EU 15 lag, ein Drittel der Brennholzproduktion der Gemeinschaft, aber zwei Drittel des gesamten Rundholzes.

Beitrag des Agrarsektors (Kasten 7)

Neben der Produktion von Pflanzen zur Energiegewinnung trägt der Agrarsektor auch durch die Ausfaulung von Gülle (26,3 KTRÖE 1996) und Abwässern aus der Nahrungsmittelindustrie (103,2 KTRÖE 1996) zur Energieerzeugung bei.

Die Fermentierung von organischen Abfällen unter anaeroben Bedingungen setzt sich in der EU rasch durch. Sie erfolgt hauptsächlich aus Umweltschutzgründen, wobei die Gewinnung von Energie ein willkommenes Nebenprodukt ist.

Schnellwachsende Pflanzen (Energiepflanzen) haben schon auf kurze Sicht ein hohes Expansionspotential, da brachliegende Flächen nach der GAP-Reform zur Energiegewinnung genutzt werden dürfen (Tabelle 6).

Die Nutzung stillgelegter Flächen zur Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen 5 ist seit dem Wirtschaftsjahr 1993/94 (Ernte 1993) möglich. Im Wirtschaftsjahr 1995/96 wurden schätzungsweise 60% der auf Stillegungsflächen angebauten Rohstoffe zur Energieerzeugung eingesetzt. Hierfür gibt es zwei Kategorien von Endprodukten: flüssige und feste Biokraftstoffe. Mehrjährige lignozellulosehaltige Gehölze (Pappel, Weide usw.) eignen sich zur Direktverbrennung (siehe Kasten 8). Ölsaaten (Raps, Sonnenblume usw.) werden zur Gewinnung von Pflanzenöl angebaut, das zu einem Dieselersatzstoff verarbeitet werden kann. Aus zucker-/stärkeliefernden Pflanzen kann durch die Fermentierung von Glukose oder Stärke nach vorangegangener Hydrolyse Ethanol erzeugt werden. 

Die Gesamtkapazität für die Produktion von Biodiesel in der EU lag 1994 in der Größenordnung von 300.000 bis 500.000 Tonnen. Die Grundlage dafür sind ausschließlich auf Stillegungsflächen angebaute Ölsaaten.

Auf landwirtschaftliche Großbetriebe (>= 100 ha LF) entfallen mehr als 2/3 der gesamten für nachwachsende Rohstoffe genutzten Flächen und mehr als die Hälfte der Stillegungsflächen. Insgesamt machen die mit nachwachsenden Rohstoffen bestellten Flächen jedoch weniger als 1% der gesamten Anbaufläche dieser Betriebe aus.

Die seit 1993/94 geltenden Regelungen der GAP-Reform für Stillegungsflächen hatten erhebliche Auswirkungen auf die Art der Bewirtshaftung der Flächen. Wechselwirtschaft steht immer noch an erster Stelle der Bewirtschaftung von Stillegungsflächen, doch daneben haben die Landwirte auch damit begonnen, andere Möglichkeiten zu nutzen. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen ist die zweitwichtigste Nutzung von Stillegungsflächen 6.

Einkommen aus Biomasse von Stillegungsflächen für den Non-Food-Bereich

Im Agrarsektor ist die Erzeugung von erneuerbaren Energieträgern eine potentielle zusätzliche Einkommensquelle für die Landwirte. Das Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB) erfaßt mikroökonomische Daten zum Anbau von Ölsaaten für den Non-Food-Bereich seit 1995 und für einige Mitgliedstaaten schon seit 1994. Ein Gesamtbild für die Gemeinschaft läßt sich an den verfügbaren Daten nicht ablesen. Soweit eine Analyse der Daten möglich ist, wird aber eine gewisse Konvergenz erkennbar.

In den INLB-Daten für Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und Dänemark für die Jahre 1994, 1995 und 1996 ist die Verteilung der landwirtschaftlichen Betriebe die gleiche wie in der Betriebsstrukturerhebung von 1995. Betriebe, die Ölsaaten für den Non-Food-Bereich anbauen, sind sowohl flächenmäßig als auch nach den vom INLB gemessenen üblichen Wirtschaftsindikatoren größer. In jedem dieser Mitgliedstaaten ist der Anteil der Non-Food-Ölsaaten am Output zu vernachlässigen. Der Anteil der mit nachwachsenden Rohstoffen bestellten Fläche ist größer als der Anteil dieser Kulturen am Output: 12% Flächenanteil und einen Anteil von 1,5% am Output (Tabelle 7).


1 KOM (97) 599 endg. vom 26.11.1997.
2 Auf Österreich, Schweden und Finnland entfallen weniger als 10% der gesamten Rapsfläche in EU15
3 KOM (97) 599 endg.
4 In dieser Methodik beinhaltet "Abfall" sowohl saubere Nebenprodukte menschlicher Tätigkeiten als auch Abfälle, bei deren Verbrennung besondere Umweltschutzmaßnahmen erforderlich sind.
5 Verordnung (EWG) Nr. 1765/92 des Rates, Art.7 Abs.4; Verordnung (EWG) Nr. 334/93 der Kommission enthält eine vollständige Liste der in Frage kommenden Rohstoffe und Enderzeugnisse.
6 Auf der Basis der Angaben in der Betriebsstrukturerhebung können wir die genauen Zweckbestimmungen der landwirtschaftlichen Betriebe nicht bewerten.


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