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Die Europäische Kommission
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Landwirtschaft und Umwelt

Abkürzungen und Akronyme - Glossar - Anmerkung zu den Informationsquellen

Abkürzungen und Akronyme

BIP  Bruttoinlandsprodukt
BSP  Bruttosozialprodukt
BWS  Bruttowertschöpfung
CFK Chlorfluorkohlenstoff
CH4 Methan
CO2  Kohlendioxid
EAGFL Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft
    Abteilung "Ausrichtung"
    Abteilung "Garantie"
ECU  Europäische Währungseinheit
EG Europäische Gemeinschaft
EGE  Europäische Größeneinheit
EET  Erneuerbare Energieträger
ELISA  Experimental Laser Interferometry Strain Analysis
EMEP  European Monitoring and Evaluation of Pollutants (Programm über die Zusammenarbeit bei der Messung und Bewertung der weiträumigen Übertragungen von luftverunreinigenden Stoffen in Europa)
EU  Europäische Union
EU 9  Europa der 9
EU 10  Europa der 10
EU 12  Europa der 12
EU 15 Europa der 15
EUA  Europäische Umweltagentur
FCCC UN  Framework Convention on Climate Change (UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen)
GAP  Gemeinsame Agrarpolitik
GD VI  Generaldirektion „Landwirtschaft"
GD XI  Generaldirektion „Umwelt, nukleare Sicherheit und Katastrophenschutz"
GEV  Gesamtenergieverbrauch
GÖE  Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen 
GVO  Genetisch veränderte Organismen
GWP Global Warming Potential (Globales Treibhauspotential)
Ha  Hektare
HFK  Hydrofluorkohlenstoff
INLB Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen
IP  Integrierte Produktion
IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuß über Klimaänderung)
JAE Jahresarbeitseinheit
KMU  Kleine und mittlere Unternehmen
LNF  Landwirtschaftlich genutzte Fläche
N2O  Distickstoffoxid
NH3  Ammoniak
NOx  Stickstoffoxid
NRG  Nichtregierungsorganisation
NUTS  Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik
O3 Ozon
OECD  Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
PEE  Primärenergieerzeugung
PFK  Polyfluorkohlenstoff
Q.b.A.  Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete
SDB  Standarddeckungsbeitrag
SF6  Schwefelhexafluorid
SO2 Schwefeldioxid
TEN  Transeuropäische Netze
tRÖE  Tonnen Rohöleinheit
UAP 5.  Umweltaktionsprogramm
VE  Vieheinheit


Glossar

Bewaldete Flächen

Bewaldete Flächen sind Waldflächen und andere bewaldete Flächen. Für Eurostat, Waldflächen sind Flächen, die zu über 20% mit Wald (geschlossene Bestände) bedeckt sind. Dauerwald mit Bäumen, die i.a. mehr als 7 Meter hoch werden und Holz liefern können.Und andere bewaldete Flächen sind Flächen, die einige Merkmale des Waldes aufweisen, aber nach der obigen Definition kein Wald sind. Dazu gehören offenes baumbestandenes Gelände, Moor- und Strauchheiden sowie Macchia.

BWA Ein gemeinschaftliches Klassifizierungssystem der landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer betriebswirtschaftlichen Ausrichtung (BWA) enthält die Entscheidung der Kommission Nr. 78/463/EWG vom 7. April 1978. Die Zuordnung der landwirtschaftlichen Betriebe richtet sich nach der Haupteinkommensquelle. Für jede pflanzliche und tierische Erzeugung wird ein Standarddeckungsbeitrag (SDB), d.h. ein Pauschaleinkommen je Produktionseinheit festgelegt. Indem man das Volumen jeder Produktion des Betriebes mit dem entsprechenden Standarddeckungsbeitrag multipliziert, erhält man das Einkommen aus der jeweiligen Produktion. Danach wird der Anteil jeder Erzeugung am gesamten Standarddeckungsbeitrag des Betriebes berechnet.

Ein Betrieb gilt als spezialisiert, wenn er mehr als zwei Drittel seines Gesamteinkommens in einer Produktionsausrichtung erzielt:

1. Ackerbau,

2. Gartenbau,

3. Dauerkulturen,

4. Pflanzenfresser,

5. Körnerfresser.

Als nicht spezialisiert gelten Betriebe mit:

6. Gemischtkulturen,

7. gemischter tierischer Erzeugung,

8. sowohl pflanzlicher als auch tierischer Erzeugung.

Die acht Klassen können in siebzehn Unterklassen unterteilt werden.

Die veränderte Struktur der Fruchtfolge und die Konzentration der Betriebe auf weniger Produktionsbereiche hat wahrscheinlich die wirtschaftliche Dimension der Betriebe erhöht und durch die Ermittlung der BWA anhand der Standarddeckungsbeiträge die Klassifizierung der Betriebe als spezialisierte Betriebe einer bestimmten BWA begünstigt.

BWS Die Bruttowertschöpfung (BWS) ist die von den einzelnen produzierenden Wirtschaftseinheiten erbrachte Leistung. Sie ist Bestandteil einer wichtigen volkswirtschaftlichen Gesamtgröße, des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das die Tätigkeit der Akteure in einem gegebenen geographischen Wirtschaftsgebiet wiedergibt. Die BWS zu Marktpreisen ergibt sich für jeden Wirtschaftsbereich aus der Differenz zwischen dem Wert der effektiven Produktion (Güter und Dienstleistungen) und dem Wert der im Produktionsprozeß verbrauchten Vorleistungen. Subventionen werden in der BWS nicht eingerechnet.

Corine Land Cover

Koordinierung der Informationen über den Zustand der Umwelt in Europa (Gemeinschaftsprogramm) für der Bodennutzung

Cronos Makroökonomische Datenbank für die Bearbeitung und Konsultation der Zeitreihen von Eurostat

Dauergrünland Durchgehend seit mindestens 5 Jahren mit eingesätem oder natürlich gewachsenem Gras bedeckte Flächen.

Dauerkulturen Durchgehend seit mindestens 5 Jahren auf der gleichen Parzelle angebaute Kulturen (Weinberge, Obstplantagen).

EGE 1995 entsprach eine Europäische Größeneinheit (EGE) einem SDB von 1.299 ECU.

Eutrophierung Qualitative Verschlechterung eines Gewässers (See, Teich) durch vermehrten Eintrag von mineralischen Stoffen (vor allem Phosphate und Nitrate). Dadurch wird das Algenwachstum gefördert (Blaualgen und Diatomeen). Das Wasser wird trübe. Die Algen vermehren sich, sterben ab und sinken auf den Grund des Gewässers. Es kommt zu vermehrter Sauerstoffzehrung. Viele Wasserpflanzen sterben ab. Bei ihrer Zersetzung werden große Mengen Stickstoff und Phosphor freigesetzt, die den Eutrophierungsprozeß noch verstärken. Fische können in dem sauerstoffarmen Wasser nicht lange überleben. Ein Fischsterben setzt ein, und schließlich treiben im eutrophierten Wasser nur noch winzige Algen.

Gemischtkulturen 

Anbau von verschiedenen Kulturen (Ackerbau, Dauerkulturen, Gartenbau usw.) in einem Betrieb.

Gemischte tierische Erzeugung: Gemischtbetrieb/Viehhaltung

INLB Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen

Die gemeinschaftsweite Erhebung in einer Stichprobe von Betrieben wird jedes Jahr durchgeführt. Dabei werden alle Erwerbszweige der landwirtschaftlichen Betriebe erfaßt sowie Daten zu einigen anderen Erwerbsquellen (wie Fremdenverkehr und Forstwirtschaft) erhoben.

JAE Die Stundenzahl einer Jahresarbeitseinheit (JAE) entspricht der von einer vollzeitlich beschäftigten Person tatsächlich geleisteten Stundenzahl. Das ESVG definiert die Vollzeitäquivalente wie folgt: "Die Vollzeitäquivalente der Erwerbstätigkeit entsprechen der Zahl der auf Normalarbeitszeit umgerechneten Beschäftigungsverhältnisse. Sie ergeben sich, indem das Arbeitsvolumen durch die Stundenzahl dividiert wird, die normalerweise im Durchschnitt je Vollarbeitsplatz im Wirtschaftsgebiet geleistet wird."

LNF Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LNF) umfaßt Ackerland, Dauergrünland, Dauerkulturen (Weinberge, Obstplantagen usw.), Gemüsegärten und Unterglaskulturen.

NUTS Eurostat hat mit der Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik (NUTS) ein einheitliches und kohärentes Gliederungssystem für das Gemeinschaftsgebiet geschaffen, das für regionale Statistiken auf europäischer Ebene zugrunde gelegt wird. Die NUTS-Systematik gliedert den Wirtschaftsraum der EU in 77 Regionen auf der Ebene NUTS 1, 206 Regionen auf der Ebene NUTS 2 und 1.031 Regionen auf der Ebene NUTS 3.

SDB Der Deckungsbeitrag ist mit der Wertschöpfung vergleichbar. Der Standarddeckungsbeitrag (SDB) eines Betriebes als potentieller Deckungsbeitrag wird durch eine Reihe von Standardkoeffizienten zur Bewertung von Flächen und Tierbeständen ermittelt. Alle SDB für die einzelnen Produktionsbereiche des Betriebes ergeben zusammen den Gesamt-SDB. Er wird ausgedrückt in ha Weizenäquivalent oder in Europäischen Größeneinheiten (EGE). Seit 1986 entsprechen 2 EGE 2400 ECU oder knapp 3 ha Weizenäquivalent.

Vor allem läßt sich damit der Betrieb einer betriebswirtschaftlichen Ausrichtung zuordnen, indem der anteilige Beitrag der verschiedenen Erzeugungen zum gesamten SDB ermittelt wird.

VE Mit Hilfe die Vieheinheit (VE) lassen sich Bestandszahlen unterschiedlicher Tierarten oder Kategorien vergleichen oder zusammenfassen. Die Äquivalenzen werden auf der Basis des Futterbedarfs der Tiere festgelegt. Per definitionem entspricht eine 600 kg schwere Kuh mit einer Jahresleistung von 3000 Liter Milch 1 VE, ein Mastkalb 0,45 VE, ein Mutterschaf 0,18 VE, eine Sau 0,5 VE und eine Ente 0,014 VE.

Verkaufskulturen

Pflanzliche Erzeugung, die zum Verkauf oder Austausch gegen andere Produkte vorgesehen ist, im Unterschied zu Kulturen, die zur Selbstversorgung (Menschen) oder zur innerbetrieblichen Versorgung (Tierfutter, Saatgut, betriebseigene Verarbeitung) angebaut oder nicht geerntet werden (Brachflächen und Grünland).


Anmerkung zu den Informationsquellen

Die in den vorliegenden Artikeln verwendeten Daten stammen aus verschiedenen Quellen.

Globale Quellen

Einige Artikel basieren auf einer globalen Quelle, die eine Vielzahl homogener Informationen enthält. Dabei handelt es sich z.B. um die Gemeinschaftserhebungen über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe. Landwirte werden regelmäßig im Rahmen von Erhebungen und Zählungen befragt. Die Fragen betreffen die gesamte Erzeugung (Bodennutzung für die pflanzliche und Bestandszahlen für die tierische Erzeugung) sowie die Verwaltung des landwirtschaftlichen Betriebes, das verfügbare Material und die Arbeitskräfte. Diese sehr präzisen Daten stehen auf regionaler Ebene zur Verfügung und bieten einen kohärenten Gesamtüberblick über Europas landwirtschaftliche Betriebe. Auf der Grundlage der zeitgleich erhobenen Daten können Typologien erstellt werden, um die Analyse der Ergebnisse noch zu verbessern (z.B. die Klassifizierung nach der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung).

Eine andere globale Quelle ist das Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB), das jährlich die Buchführungen von regional repräsentativen landwirtschaftlichen Betrieben in der Europäischen Union erfaßt. Detaillierte Daten zu Mengen und Wert der Ein- und Verkäufe, zu Belastungen und Produkten sowie Bilanzen und Erfolgskonten werden auf der Grundlage einer stabilen Stichprobe (Panel) erhoben. Diese Quelle ermöglicht eine Analyse aller finanziellen Aspekte der landwirtschaftlichen Betriebe im Zeitverlauf, in räumlichen Grenzen und nach betriebswirtschaftlichen Ausrichtungen.

Der Vorteil dieser globalen Quellen ist die Vergleichbarkeit der Daten untereinander, weil der Fragebogen alle interessanten Variablen enthält, und zwischen den Ländern, weil einheitliche Konzepte und Definitionen verwendet werden. Es gibt zwar nicht viele derartige Quellen, doch dafür enthalten sie originales Vergleichsmaterial.

Zeitreihen

Einige Artikel basieren auf Zeitreihen, d.h. auf der nach einer Gemeinschaftssystematik vorgenommenen Zusammenstellung von jährlichen nationalen Informationen über einen längeren Zeitraum. Solche Daten liegen in großer Zahl bei Eurostat vor, dessen Aufgabe es ist, amtliche Daten aus den einzelnen Ländern zusammentragen, sie an die Gemeinschaftssystematik anzupassen und verschiedene Aggregate zu errechnen. Die Informationsmenge ist größer als bei den globalen Quellen. Nur werden diese Daten nicht nach einheitlichen Methoden und Konzepten erhoben. Das schmälert keineswegs ihre Bedeutung, kann aber unter Umständen ihre Kohäsion (Vergleich der Daten untereinander) und ihre zeitliche und räumliche Homogenität (Vergleich der Daten zwischen den Ländern) einschränken.

Die nationalen Daten werden in Zählungen oder Befragungen erhoben (anhand von Listen oder Flächeneinheiten). Sie entsprechen dem jeweiligen Bedarf vor Ort und sind dementsprechend an die nationalen Besonderheiten angepaßt (Gewicht des Agrarsektors, Form der Landwirtschaft, Berücksichtigung der Umweltanforderungen usw.).

Zeitreihen sind ausgezeichnete Basisdaten, die die Debatte über einen längeren Zeitraum anregen können. Da ihre Aufbereitung schneller vonstatten geht, stehen sie eher zur Verfügung und sind auf dem neuesten Stand. Manche Daten liegen auch ausschließlich in Zeitreihen vor (landwirtschaftliche Erzeugung, Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden usw.).

Andere Quellen

In einigen Artikeln werden punktuelle Quellen zitiert, z.B. spezielle Erhebungen (auf gemeinschaftlicher, nationaler oder regionaler Ebene) von statistischen Ämtern oder Auswertungen anderer Quellen (Verwaltungsunterlagen, Erhebungen außerhalb des Europäischen Statistischen Systems, Daten von Berufsverbänden usw.).

Solche Quellen werden in der vorliegenden Veröffentlichung zwar nur an wenigen Stellen herangezogen, aber sie sind manchmal die einzige verfügbare Informationsquelle. Möglicherweise sind die Daten zu speziell oder zu neu für die amtliche Statistik. Oder sie haben einen anderen Blickwinkel und beleuchten ein Thema auf originelle Weise. Oder die amtliche Statistik kann damit d i e Antwort auf eine bestimmte Frage geben (Folgen einer Regelung oder ihre Bewertung noch vor der Einführung).

Interessant sind solche Quellen, wenn bestimmte Fragen damit präzise beantwortet werden können. Ihr Geltungsbereich kann allerdings beschränkt sein, weil sie nicht ganz zuverlässig oder zu speziell sind (kleiner Erhebungsbereich, Fragen, die auf einen einzigen Zweck, z.B. eine bestimmte Regelung abzielen, keine Rahmendaten oder Daten zur zeitlichen Entwicklung).

Unterschiedliche Daten aus verschiedenen Quellen

Die Ergebnisse der Erhebungen weichen zuweilen von den Zeitreihen ab. Dafür gibt es viele Gründe: die Erhebungsmethode, die angewandten Konzepte, Definitionen und Systematiken, die Beantwortungsschwelle, Genauigkeit der erhobenen Informationen usw.

So zeigen in dem Artikel "ENTWICKLUNG DER KULTUREN UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT" die Zeitreihen, die von amtlichen Statistiken abgeleitet sind, einen Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Fläche, während die Zahlen aus den Gemeinschaftserhebungen über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe eine Zunahme ausweisen. Das liegt an den unterschiedlichen Erfassungsbereichen: im ersten Fall ist es das gesamte Territorium und im zweiten Fall nur die Population der landwirtschaftlichen Betriebe, die bestimmten Kriterien entsprechen. Deshalb ist bei der Verwendung der Zahlen und beim Zitieren der Quellen Vorsicht geboten. Im vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, daß sich die Analyse nicht auf die Gesamtheit der landwirtschaftlich genutzten Flächen bezieht, sondern ausschließlich auf die Flächen, die von landwirtschaftlichen Betrieben ab einer bestimmten Mindestgröße bewirtschaftet werden (je nach Land zwischen 1 und 5 Hektar).

Am Ende der Veröffentlichung finden Sie für jede der verwendeten Quellen eine kurze Beschreibung der Erhebungsgrundlagen mit Hinweis darauf, ob es sich um eine Gemeinschaftserhebung, eine nationale oder eine punktuelle Erhebung handelt.


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