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Kasten 6: 
METHODEN ZUR REDUZIERUNG DER AMMONIAKEMISSIONEN DURCH DÜNGEMITTELEINSATZ

Im folgenden wird erläutert, welche Möglichkeiten es gibt, die Emissionen aus Kulturen zu reduzieren. Eine genaue Evaluierung dieser Methoden steht allerdings noch aus.

Die gängigsten Methoden zur Reduzierung der Ammoniakemissionen durch Düngemitteleinsatz:

  • Umstellung von Harnstoffderivaten auf andere Düngemittel. Harnstoffderivate verursachen etwa 50% der Ammoniakemissionen aus Düngemitteln in Westeuropa (ECETOC, 1994), bedingt durch die hohen gasförmigen Verluste.
  • Zusatz von Ureaseregulatoren/-inhibitoren zum Stickstoffdünger, durch die sich die Emissionen verringern sollen. Hierbei ist der Mehrpreis für teurere Düngemittel und Inhibitoren zu veranschlagen. Ureaseinhibitoren könnten aber auch unerwünschte Umweltauswirkungen haben, die untersucht werden müssen, bevor eine Empfehlung ausgesprochen werden kann.
  • Anbau von Zuchtsorten oder Arten, die weniger Stickstoff benötigen, im Hinblick darauf, daß die Ammoniakemission aus Kulturpflanzen abhängig ist von der Stickstoffversorgung. Der Anbau von Zuchtsorten und Arten mit geringerem Stickstoffbedarf geht meistens mit Ertragseinbußen einher. Die Kosten dafür lassen sich wegen der Abhängigkeit von Produktionsangebot und Marktwert schwer veranschlagen. Eine Reduzierung des Stickstoffdüngereinsatzes sollte aber in Erwägung gezogen werden, wenn sie noch andere positive Wirkungen auf die Umwelt hat, z.B. eine geringere Stickstoffauswaschung.
  • Einbringen von gekörntem Dünger in den Boden in eine Tiefe von 7-8 cm zusammen mit dem Saatgut (Getreideanbau, Einsaat von Wiesen und Weiden). Ammoniakemissionen aus einer solchen Unterfußdüngung sind offenbar zu vernachlässigen (sofern die Stickstoffmenge richtig dimensioniert ist). Die Unterfußdüngung mit gekörntem Dünger ist in Finnland seit Jahren üblich.
Quelle: CORINAIR 94, Methodology