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Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschaft und Pestizide

Die EU strebt nach einem sachgerechten Einsatz von Pestiziden, um die mit ihnen verbundenen Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu begrenzen. Ferner informiert sie die Öffentlichkeit über den Verwendungszweck von Pestiziden und eventuelle Probleme mit deren Rückständen.

Die in der Landwirtschaft umfassend eingesetzten Pestizide, auch Pflanzenschutzmittel genannt, schützen Pflanzen oder pflanzliche Erzeugnisse vor Schädlingen. Sie bekämpfen Pflanzenschädlinge und reduzieren Unkrautwuchs, wodurch die Erträge erhöht werden und die Erzeugnisse für Landwirte und Verbraucher an Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit gewinnen, ohne teurer zu werden.

Doch ihre Verwendung ist mit Risiken verbunden, weil die meisten Pestizide Nebenwirkungen haben, die bei unsachgemäßem Einsatz Gesundheit und Umwelt schädigen können. Die Gesundheit von Mensch und Tier kann negativ beeinflusst werden durch

  • direktes Ausgesetztsein gegenüber dem Pestizid, z. B. bei seiner Produktion in Fabriken oder wenn es auf die Pflanzen aufgetragen wird, und
     
  • indirektes Ausgesetztsein, d. h. über Rückstände in landwirtschaftlichen Erzeugnissen und im Trinkwasser, oder aber wenn das versprühte Pestizid Tiere oder Menschen trifft.

Auch Boden und Wasser können durch Abdrift, Pestizidausbreitung im Boden, Abfluss während oder nach der Reinigung von Geräten oder unkontrollierte Entsorgung verunreinigt werden.

Deshalb ist die EU bestrebt, den sachdienlichen Einsatz von Pestiziden oder Pflanzenschutzmitteln zu fördern und die Öffentlichkeit zu informieren.

Die Gemeinsame Agrarpolitik umfasst Maßnahmen, die die Nachhaltigkeit beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln fördern sollen:

  • Entkopplung,
     
  • Coss-Compliance,
     
  • Programme im Rahmen der Regelungen für Obst und Gemüse,
     
  • Agrarumweltmaßnahmen (z. B. Unterstützung integrierter Landwirtschaft),
     
  • Fortbildung,
     
  • Einsatz landwirtschaftlicher Beratungsdienste.

Außerdem gibt es EU-Verordnungen über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden sowie Höchstwerte für Rückstände in Nahrungsmitteln. Genauere Informationen über die EU-Rechtsvorschriften zu Pestiziden finden Sie auf der Website zum Thema Pflanzenschutz.

2006 nahm die Kommission zwei Vorschläge an, mit denen der Rechtsrahmen im Bereich Pestizide gestärkt werden soll:

Diese Vorschläge wurden seither im Europäischen Rat und im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Nach politischer Einigung der Mitgesetzgeber Ende 2008 ist eine Annahme der Vorschläge für 2009 zu erwarten.

Die EU hat außerdem Bestimmungen zum Schutz der Wasserqualität vor Pestizidrückständen verabschiedet. Die Wasserrahmenrichtlinie gibt einen Rahmen für die Bewertung, Überwachung und Verwaltung aller Oberflächen- und Grundgewässer auf der Grundlage ihres ökologischen und chemischen Zustands vor.

Die mit der GAP-Reform von 2003 eingeführte Auflagenbindung – Cross-Compliance – umfasst auch die Einhaltung der Anforderungen, die sich aus den EU-Rechtsvorschriften zum sachdienlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ergeben.

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