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Landwirtschaft und Umwelt

Landwirtschaft und biologische Vielfalt

Durch die Bewirtschaftung eines großen Teils der Grundfläche der Europäischen Union bewahrt die Landwirtschaft genetische Ressourcen, die biologische Vielfalt und zahlreiche wertvolle Lebensräume.

Biologische Vielfalt bezieht sich auf die Vielfalt der Arten von Lebewesen und Lebensweisen. Sie ist eng mit den Konzepten „Ökosysteme“ und „Lebensräume“ verbunden. In der Landwirtschaft gehören dazu

  • alle Aspekte der biologischen Vielfalt, die für Nahrungsmittel und Landwirtschaft von Bedeutung sind und
     
  • alle Aspekte der biologischen Vielfalt, die das Agrarökosystem bilden.

Vernünftige landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden können sich sehr positiv auf den Erhalt der wilden Flora und Fauna in der EU auswirken. Die traditionelle Landwirtschaft trägt zum Erhalt verschiedener natürlicher oder halb-natürlicher Lebensräume bei. Viele wertvolle Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten sind direkt von der Landwirtschaft abhängig, so brüten zum Beispiel viele Vogelarten auf landwirtschaftlicher Nutzfläche und finden dort ihre Nahrung.

Zwei Entwicklungen trugen jedoch dazu bei, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und biologischer Vielfalt zu zerstören:

  • Spezialisierung und Intensivierung verschiedener Produktionsmethoden, z. B. der Einsatz von mehr Chemikalien und schwereren Maschinen,
  • die Marginalisierung oder Aufgabe des traditionellen Landbaus, der von entscheidender Bedeutung beim Erhalt von Lebensräumen und ortsspezifischer biologischer Vielfalt ist.

In einigen EU-Mitgliedstaaten könnte die Aufgabe von Agrarland und von herkömmlichen Bewirtschaftungsmethoden zu einer Bedrohung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft führen. Diese Prozesse zu verhindern ist deshalb unerlässlich für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Gemeinsame Agrarpolitik setzt sich mit folgenden Maßnahmen für den Erhalt von Lebensräumen und biologischer Vielfalt ein:

  • Maßnahmen im Bereich der ländlichen Entwicklung mit dem Ziel, Lebensräume und biologische Vielfalt zu schützen (Zahlungen im Rahmen der Agrarumweltprogramme und Natura 2000) und
     
  • Auflagen im Bereich der Cross-Compliance (Vogelschutz- und Habitatrichtlinien).

Der Schwerpunkt dieser Maßnahmen wurde im Zusammenhang mit dem so genannten „Gesundheitscheck“ der GAP bestätigt, in dem die biologische Vielfalt eine der wichtigsten Herausforderungen bleibt.

Im April 2004 wurde ein spezifisches Gemeinschaftsprogramm eingeleitet, das Maßnahmen finanziert, die zur Erhaltung, Charakterisierung, Sammlung und Nutzung genetischer Ressourcen in der Landwirtschaft English (en) dienen. Das Programm läuft noch.

Auf EU-Ebene ist die Umsetzung der Vogelschutz- und Habitatrichtlinie der Grundpfeiler der Naturschutzpolitik Europas.

Außerdem sind die Annahme einer EU-Strategie zur biologischen Vielfalt und sektorale Aktionspläne zur Erhaltung der biologischen Vielfalt wichtige Faktoren beim Erreichen der politischen Ziele.

Der Aktionsplan zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)hrvatski (bg)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv)  wurde 2001 angenommen. Er beruht auf dem Einsatz verschiedener GAP-Instrumente, die der biologischen Vielfalt förderlich sind. Dazu gehören zum Beispiel die in die Marktpolitik integrierten Umweltanforderungen und spezifische Umweltmaßnahmen, die Teil der Programme zur ländlichen Entwicklung sind. Die Prioritäten des Aktionsplans sind Folgende:

  • Förderung und Unterstützung umweltfreundlicher landwirtschaftlicher Arbeitsmethoden und Systeme, die direkt oder indirekt der biologischen Vielfalt dienen,
     
  • Unterstützung nachhaltiger landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsmethoden in Regionen mit reicher biologischer Vielfalt,
     
  • Erhaltung und Verbesserung guter ökologischer Infrastrukturen und Förderung der Bewahrung lokaler oder bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Im Dezember 2008 veröffentlichte die Kommission einen Zwischenbericht über die Durchführung des EU-Aktionsplans zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, der eine erste Bewertung der auf Ebene der Europäischen Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten erzielten Fortschritte darstellt.

Am 3. Mai 2011 verabschiedete die Europäische Commission eine neue Strategie mit dem Ziel, bis 2020 den Verlust biologischer Vielfalt und die Verschlechterung der Ökosystemdienstleistungen in der EU aufzuhalten.

 

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