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Entwicklungsländer

Wichtigste Agrarerzeugnisse von wirtschaftlichem Interesse für AKP-Länder

Zucker, Bananen, Reis und Baumwolle sind die wichtigsten Erzeugnisse für die AKP-Länder, was Produktion und Export in die EU angeht. Darum sind sie bereits seit Jahren Bestandteil der präferenziellen Handelsbeziehungen der EU mit Entwicklungsländern.

Zucker

Zucker ist ein anschauliches Beispiel für präferenzielle Handelsbeziehungen der EU mit den AKP-Ländern. Über viele Jahre hat die EU Zuckerimporten aus AKP-Ländern und Indien bevorzugten Zugang zu ihrem Markt gewährt. Es kamen besondere Handelsbestimmungen zur Anwendung, insbesondere das „Zuckerprotokoll“ und die EBA-Initiative.

Bei dem im Jahr 1975 vereinbarten Zuckerprotokoll handelt es sich um ein bilaterales Abkommen zwischen 20 AKP-Ländern und der EU. Die EU verpflichtete sich, eine festgelegte Zuckermenge (insgesamt 1,3 Mio. Tonnen pro Jahr) zollfrei und mit einer an den institutionellen Preis der Europäischen Gemeinschaft gekoppelten Preisgarantie einzuführen. Ein ähnliches Abkommen besteht mit Indien über den Import von 10 000 Tonnen.

Die Öffnung des riesigen und profitablen EU-Markts hat die Gemeinschaft veranlasst, das Zuckerprotokoll gemäß dem in Artikel 10 des Protokolls festgelegten Verfahren zu beenden. Die Marktöffnung für die AKP-Länder erfolgt stufenweise:

  • Bis 30. September 2009: Die Bestimmungen des Zuckerprotokolls werden aufrechterhalten.
  • Ab 1. Oktober 2009 bis 30. September 2015: Die AKP-Länder erhalten freien Marktzugang; die einzige Einschränkung wird eine automatische Schutzklausel für AKP-Länder sein, die nicht zu den am wenigsten entwickelten Ländern zählen.
  • Ab 1. Oktober 2015: Im Rahmen der WPA erhalten alle AKP-Länder freien Marktzugang, wobei die allgemeine Schutzklausel anwendbar bleibt.

Die neuen Handelsregelungen sind in der Verordnung (EG) Nr. 828/2009 български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) der Kommission festgelegt und betreffen:

  • sowohl die Sonderregelung für die am wenigsten entwickelten Länder (im Rahmen der Initiative „Alles außer Waffen“, als auch
  • die für AKP-Länder im Rahmen der WPA geltende Handelsregelung, einschließlich besonderer Bestimmungen für die Verwaltung des befristeten Schutzmechanismus für Zucker für die nicht zu den am wenigsten entwickelten Ländern gehörenden AKP-Länder.

EU raw cane sugar imports from ACP countries

 

Bananen

Die EU ist der weltgrößte Verbraucher und Importeur von Bananen. Etwa 80 % der Einfuhren in die EU stammen aus Lateinamerika, 20 % aus AKP-Ländern. Fast alle Bananenexporte der AKP-Länder gehen in die EU.

Seit dem 1. Januar 2006 gewährt die EU im Rahmen ihrer Initiative „Alles außer Waffen“ den am wenigsten entwickelten Ländern zoll- und kontingentfreien Zugang zum EU-Markt für Bananen. AKP-Länder, die nicht zu dieser Gruppe zählen, profitieren im Rahmen der WPA-Handelsregelung seit dem 1. Januar 2008 vom zoll- und kontingentfreien Zugang. Alle AKP-Länder, die Bananen exportieren, haben Ende 2007 ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen oder ein Interims-WPA abgeschlossen.

Die seit dem 1. Januar 2008 geltende zoll- und kontingentfreie Regelung für Bananen hat bestätigt, dass die AKP-Länder von dem Verzicht auf eine Kontingentregelung profitieren. Im Jahr 2008 sind die Bananenimporte in die EU insgesamt um 3,7 % gestiegen, dabei wuchs der Anteil der AKP-Länder um 9 % gegenüber 2007. Im Jahr 2009 wurde ein Exportanstieg von weiteren 4,3 % verzeichnet.

Mit dem am 15. Dezember 2009 bei der WTO vereinbarten Genfer Übereinkommen über den Bananenhandel endete die langwierigste Auseinandersetzung in der Geschichte der WTO. Dieses Übereinkommen enthält auch eine Regelung für tropische Erzeugnisse und den Wegfall der Präferenzregelung in der Doha-Entwicklungsagenda, die zwischen der EU, den Ländern Lateinamerikas und den AKP-Ländern vereinbart wurde.