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Die Reform des Weinsektors der EU – die Chancen nutzen

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Etikettierung von Wein – dem Verbraucher die Informationen geben, die er braucht

Europa produziert einige der besten Weine der Welt und bietet zudem die größte Auswahl. In über der Hälfte der 27 EU-Mitgliedstaaten werden Weine erzeugt, die von Qualitätsweinen aus Regionen wie Bordeaux, Chianti, Rioja, Franken, Douro und Tokaj (um nur einige wenige zu nennen) bis zu zahlreichen ebenfalls guten Weinen aus anderen Regionen reichen.

Europa bietet Weine für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Tatsächlich ist die Auswahl so groß, dass viele Verbraucher die meisten Weine gar nicht kennen und auf dem Etikett nach Informationen suchen. Die bestehenden Etikettierungsvorschriften gestatten aber nicht, für alle Weine einige grundlegende, wahrheitsgemäße Angaben wie z.B. über den Jahrgang und die verwendete Rebsorte zu machen – Angaben, die die Verbraucher aber erwarten und die auf Weinen aus der Neuen Welt auch zu finden sind.

Viele Verbraucher suchen nach Weinen aus einem bestimmten Anbaugebiet. Marktstudien haben ergeben, dass sich die Verbraucher unter den zahlreichen existierenden geografischen Angaben schlecht zurechtfinden und davon abgehalten werden, die reiche Vielfalt europäischer Weine zu entdecken.

Die Kommission schlägt vor,
  • alle Weine nach denselben Grundregeln zu etikettieren,
  • für alle Weine die Angabe der Rebsorte und des Jahrgangs zu ermöglichen,
  • einen klaren und kohärenten EU-weiten Rahmen für geografische Angaben zu schaffen,
  • besondere Haushaltsmittel für Informationskampagnen bereitzustellen, mit denen die Verbraucher in der EU und in Drittländern über die europäischen geografischen Angaben aufgeklärt werden.

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Eingehen auf die Wünsche der Verbraucher: Qualität, Ursprung und die besten Verfahren der Weinbereitung

Die Qualität, der Ursprung und die Sicherheit von Lebensmitteln sind für die Verbraucher wichtige Anliegen. Hierzu gehört auch, dass bekannt ist, was in einen Wein hineinkommt und wie er hergestellt wird. Außerdem wollen die europäischen Verbraucher, dass die besten Traditionen der Weinherstellung bewahrt bleiben, sind aber zugleich aufgeschlossen gegenüber technologischen Entwicklungen, die zu einer besseren Qualität und Herkunftssicherung und häufig auch zu einem besseren Preis-Leistungsverhältnis führen.

Der Ursprung muss deutlich angegeben werden, und es müssen Herkunftssicherungs- und Kontrollsysteme vorhanden sein, um Betrug zu verhindern.

Sich dem wandelnden Geschmack der Verbraucher anzupassen und die neuesten und besten Verfahren der Weinbereitung anwenden ist für die Erzeuger eine weitere Herausforderung. Durch die derzeitige Regelung sind unsere Weinerzeuger jedoch im Nachteil. Während die Erzeuger außerhalb der EU ihre Weinbereitungsverfahren modernisieren können, sobald die neuen Verfahren von der Internationalen Weinorganisation einstimmig anerkannt worden sind, müssen die Erzeuger in der EU warten, bis die Landwirtschaftsminister diese – mitunter erst Jahre später auf EU-Ebene genehmigt haben. In der Zwischenzeit gewinnen ihre Konkurrenten aus Drittländern Marktanteile, weil sie sich rascher auf die Verbrauchernachfrage einstellen können.

Die Kommission schlägt vor,
  • Kontrollinstrumente und Herkunftssicherung für das Qualitätsmanagement bei Weinen anzuwenden,
  • das vollständige Auspressen der Trauben weiterhin zu verbieten, um die Weinqualität zu gewährleisten,
  • den Weinerzeugern in der EU die Anwendung international bereits genehmigter Weinbereitungsverfahren für Exportweine sofort und für Weine, die innerhalb der EU vermarktet werden sollen, nach einem vereinfachten Genehmigungsverfahren auf EU-Ebene zu gestatten,
  • die Verwendung von eingeführtem Most bei der Weinbereitung in der EU sowie das Mischen von eingeführtem Wein und Wein aus der EU weiter zu verbieten, da die Kontrolle solcher Verfahren technisch schwer zu gewährleisten wäre.

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Wein genießen – aber in Maßen

Wein ist ein herrliches Getränk mit bezaubernden Aromen und wundervollen Geschmacksnoten – zugleich aber ein alkoholisches Getränk, das in Maßen genossen werden sollte. Eine neue Generation von Weintrinkern legt den Schwerpunkt auf den Geschmack und verbindet Weinqualität nicht mit einem höheren Alkoholgehalt. Außerdem haben Marktstudien ergeben, dass eine Nachfrage nach mehr Weinen mit niedrigem Alkoholgehalt besteht, was angesichts der Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums nicht verwundert.

Die Kommission schlägt vor,
  • Informationskampagnen zu kofinanzieren, die einen verantwortungsvollen und maßvollen Weinkonsum fördern sollen.

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Weinberge – Erhaltung einiger der schönsten Landschaften Europas

Europäische Weine werden häufig mit den schönen Landschaften in Zusammenhang gebracht, in denen sie erzeugt werden. Die Weingärten haben die Landschaft geprägt und sind zu einem Teil von dem geworden, was viele Gegenden so besonders macht.

Es ist wichtig, dass dieser typische Charakter erhalten bleibt. Die Kommission will daher sicherstellen, dass die Umweltauswirkungen der Weinerzeugung mit der Reform des Weinsektors verbessert werden, insbesondere was Bodenerosion und –verunreinigung, den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden und die Abfallwirtschaft anbelangt.

Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, die Umweltauswirkungen der Rodung von Rebflächen auf ein Minimum zu begrenzen. Bei der Aufgabe der Erzeugung müssen Umweltnormen beachtet und die betreffenden Flächen gepflegt und in gutem landwirtschaftlichem Zustand erhalten werden. In einigen besonders empfindlichen Gebieten kann die Rodung von Rebflächen eine Gefahr für die Umwelt darstellen und sollte daher beschränkt oder gar verboten werden.

Die Kommission schlägt vor,
  • alle Weinbaugebiete in die für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse bereits geltende Regelung einzubeziehen, die die finanzielle Unterstützung von der Einhaltung bestimmter Mindestnormen – insbesondere im Umweltbereich – abhängig macht,
  • strenge Umweltauflagen für die Rodung von Rebflächen anzuwenden und den nationalen Behörden die Möglichkeit zu geben, die Rodung in besonders empfindlichen Gebieten einzuschränken,
  • in Regionen, die ihre Weinbaugebiete als zum Kulturerbe gehörende Landschaften betrachten, eine finanzielle Unterstützung für die Erhaltung von Rebflächen zu ermöglichen.

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Warum sind sich alle darüber einig, dass der Weinsektor der EU reformiert werden muss?

Europa ist weltweit der mit Abstand größte Erzeuger, Exporteur und Importeur von Wein. Wir dürfen aber nicht in Selbstzufriedenheit verharren, denn trotz des enormen Fachwissens und der harten Arbeit, denen die europäischen Weine ihren Erfolg verdanken, gibt es im Weinsektor der EU Probleme.

Die europäischen Ausfuhren nehmen zwar weiter zu, können aber mit den Ausfuhren aus der Neuen Welt nicht Schritt halten. In Ländern, in denen mehr und mehr Menschen den Genuss von Wein entdecken, sind die europäischen Erzeuger nicht in der Lage, ausreichend große Marktanteile zu erobern. Gleichzeitig fallen in Europa große Mengen Wein an, für die es keine Absatzmöglichkeiten gibt. Als Folge davon gibt Europa viel zu viel Geld aus (jährlich rund eine halbe Milliarde Euro), um die Weinüberschüsse zu entsorgen, zu lagern und zu Alkohol zu destillieren. Dieses Geld könnte besser dafür verwendet werden, das Marktgleichgewicht zu verbessern, die Qualität zu steigern und den Absatz von europäischen Weinen im Ausland zu fördern. 

Die Kommission schlägt vor,
  • die Wettbewerbsfähigkeit der Weinerzeuger in der EU zu verbessern, den Ruf von Qualitätswein aus der EU als dem besten der Welt zu festigen und sowohl in der EU als auch weltweit alte Märkte zurückzuerobern und neue zu erschließen,
  • eine Weinregelung mit klaren, einfachen Regeln zu schaffen – effizienten Regeln, die das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage fördern,
  • eine Weinregelung zu schaffen, die die besten Traditionen der Weinerzeugung in der EU bewahrt und das soziale und ökologische Gefüge vieler ländlicher Gebiete stärkt.

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Seit Juni 2006: ein Jahr intensiven Dialogs und Zuhörens

Bei der Ausarbeitung ihres Vorschlags für die Reform des Weinsektors hat die Kommission unabhängige Sachverständige, die Regierungen, Weinbauern und andere maßgebliche Akteure gehört. Während des vergangenen Jahres besuchte die für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Kommissarin Mariann Fischer Boel zahlreiche Weinbauregionen, um zuzuhören, zu lernen und ihre Standpunkte zu erläutern.

Die große Mehrheit dieser Akteure ist sich über die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Reform und über die Reformziele einig sowie über die Ursachen, die dem Marktungleichgewicht zugrunde liegen.

Die wichtigsten Anliegen betrafen

  • die sozialen und wirtschaftlichen Risiken im Falle einer zu raschen und umfangreichen Rodung von Rebflächen,
  • das dringende Erfordernis, die Vermarktung europäischer Weine und die Förderung ihres Absatzes zu steigern,
  • die Gefahr einer Qualitätsminderung, sollte das Verbot der Verwendung von eingeführtem Most bei der Weinbereitung aufgehoben oder das Mischen von Weinen aus der EU und eingeführten Weinen gestattet werden.
Unter Berücksichtigung dieser Standpunkte und Anliegen sowie auf der Grundlage des im Februar 2007 angenommenen Berichts des Europäischen Parlaments über die Weinreform hat die Kommission ihren jetzigen Vorschlag ausgearbeitet.

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Die Ursachen für die Weinüberschüsse an der Wurzel packen

Eines der Hauptziele ist die Wiederherstellung des Marktgleichgewichts, indem die chronischen Weinüberschüsse verringert werden. Mit den derzeitigen Finanzhilfen ist dies nicht gelungen.

Um Mittel für konstruktive Maßnahmen freizumachen, schlägt die Kommission vor, die Finanzhilfen für die Destillation und Lagerung sowie für die Verwendung von Most, die nicht zur Verringerung der Weinüberschüsse beigetragen haben, allesamt abzuschaffen.

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Konstruktive, den Bedürfnissen der örtlichen Weinerzeuger angepasste Maßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weinbauern stärken können. Hierzu gehören u.a. die Modernisierung der Erzeugung, die Steigerung der Qualität und Marktorientierung durch Wiederbepflanzung oder Umstellung auf andere Rebsorten, die Förderung des Weinabsatzes auf Exportmärkten sowie die Schaffung eines Sicherheitsnetzes für Krisenfälle. Aufgrund der Vielfalt des europäischen Weinsektors müssen örtliche Lösungen gefunden werden, die auf die örtlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Die Kommission schlägt vor,
  • jedem EU-Erzeugerland Mittel zuzuweisen ("nationaler Finanzrahmen"), um die Finanzierung von Maßnahmen zu ermöglichen, die auf die örtlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind,
  • die Verwendung dieser Mittel auf konstruktive Maßnahmen aus einer festen Maßnahmenpalette zu beschränken (z.B. Umstrukturierung von Rebflächen und/oder Sortenumstellung, Absatzförderung in Drittländern, Bewältigung von Krisensituationen),
  • gemeinsame Regeln festzulegen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

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Eröffnung von Alternativen für weniger wettbewerbsfähige Erzeuger

Viele Erzeuger sind bereits wettbewerbsfähig oder werden es sein, indem sie von der vorgeschlagenen Reform des Weinsektors profitieren. Manche Erzeuger sind aber mittlerweile darauf angewiesen, dass ihr Wein von der EU gelagert und letztlich vernichtet wird. Auf einem zunehmend wettbewerbsorientierten Markt, auf dem Fördermittel für konstruktive Maßnahmen und nicht mehr für die Beseitigung von Überschüssen gewährt werden, könnte es für sie unmöglich sein, ihre Tätigkeit wie bisher fortzusetzen.

Weinbauern in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, die sich zur endgültigen Rodung ihrer Rebflächen entschließen, sollten eine finanzielle Unterstützung erhalten können. Anschließend können sie auf andere Anbaukulturen ihrer Wahl umstellen.

Von vielen Seiten wurden jedoch Bedenken geäußert, ob es – namentlich in ökologisch sensiblen Gebieten den Weinerzeugern überlassen werden sollte, über die Zukunft der Rebflächen zu entscheiden.

Die Kommission schlägt vor,
  • für eine Fläche von insgesamt etwa 200 000 ha eine auf den Zeitraum 2008 bis 2013 befristete Regelung einzuführen, in deren Rahmen Weinbauern, die sich zur endgültigen Aufgabe ihrer Rebflächen entschließen, eine Finanzhilfe erhalten,
  • die Anlage neuer Rebflächen bis 2013 zu begrenzen, um einen Missbrauch dieser Regelung zu verhindern,
  • den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, Rodungen in Berggebieten und Gebieten mit spezifischen Umwelteinschränkungen zu begrenzen, um nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden.

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Wettbewerbsfähigen Erzeugern die Möglichkeit geben, ihre Vorhaben zu verwirklichen

Erfolgreiche Weinerzeuger sind derzeit dadurch eingeschränkt, dass sie ihre Rebflächen nicht ausweiten können, während die Größenvorteile aufgrund einer solchen Ausweitung ihre Wettbewerbsfähigkeit enorm stärken würden. Beschränkungen in Bezug auf geografische Angaben sind durchaus sinnvoll; dies gilt aber nicht, wenn erfolgreiche Weinerzeuger daran gehindert werden, zu expandieren. Da die EU keine Überschüsse mehr aufkaufen wird, dürften die Weinbauern bei der Planung ihrer Erzeugung vorsichtiger sein und sich stärker am Markt ausrichten.

Die Kommission schlägt vor,
  • ab dem 1. Januar 2014 die Anpflanzung von Rebflächen wieder zu gestatten, um den Weinbauern der EU die gleichen Chancen zu bieten wie ihre Konkurrenten,
  • die Beschränkungen in Bezug auf Fläche und Erzeugungsbedingungen im Rahmen von geografischen Bezeichnungen beizubehalten.

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Einsatz der vorhandenen Instrumente, um den europäischen Weinsektor zu stärken

Since 2000, the Commission is co-financing programmes for the development of rural areas with Member States, under which it is possible to support the modernisation of the wine sector. Yet so far, they have not been much used for this purpose. They include start-up aid for young farmers, measures for reducing environmental damage and preserving the countryside, investment aid, processing and marketing support as well as support for older producers' early retirement.

Um den Weinbauregionen einen Anreiz zu geben, von diesen Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums Gebrauch zu machen, schlägt die Kommission vor, einen Teil der für den Weinsektor bestimmten Mittel auf die Entwicklung des ländlichen Raums zu übertragen und sie dort dann den Weinbauregionen zur Verfügung zu stellen.

 

 

 

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