Die Reform im Einzelnen

Europas
Gemeinsame
AgrarpolitikGAP

Starke Wurzeln
für unsere Zukunft

„Die Gemeinsame Agrarpolitik ist von grundlegender Bedeutung für die Sicherung unserer Lebensmittelerzeugung und die Zukunft von mehr als der Hälfte unserer Regionen.“

EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş

 

Eine neue Partnerschaft zwischen Europa und den Landwirten

Die GAP verknüpft die Erwartungen der EU-Bürger an die Landwirtschaft mit den Bedürfnissen der europäischen Landwirte, die wirtschaftliche und umweltbezogene Herausforderungen bewältigen müssen. Sie ist eine Investition der Europäischen Union in einen strategischen Sektor im Hinblick auf die Bereiche Lebensmittel, Umwelt und Wirtschaftswachstum in ländlichen Gebieten.

Im Juni 2013 verständigten sich die Institutionen der EU auf eine neue Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Die Reform wurde von einer umfassenden öffentlichen Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den verschiedenen Interessengruppen geprägt[1]. Ziel war die Anpassung der Politik an neue Herausforderungen im Hinblick auf:

  • die Wettbewerbsstellung der europäischen Landwirtschaft;
  • Ausgewogenheit und Vielfalt der Landwirtschaftssysteme in ganz Europa;
  • Klimawandel und Schutz der natürlichen Ressourcen;
  • Beziehungen zwischen den Akteuren der Lebensmittelversorgungskette.

Eine ausgewogenere, ökologischere und effizientere Politik

Die neue GAP verfügt über kurz- , mittel- und langfristige Instrumente, um sicherzustellen, dass die europäische Landwirtschaft in der Lage ist, qualitativ hochwertige Lebensmittel für 500 Millionen Verbraucher zu produzieren, die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit des Sektors zu verbessern und die Vielfalt des ländlichen Raumes sowie die Traditionen und landwirtschaftlichen Verfahren der EU zu erhalten. Ihre Ziele lauten wie folgt:

Sicherstellung einer zuverlässigen Versorgung mit gesunden, erschwinglichen Lebensmitteln

  • Die Vielfalt der Landwirtschaft zu einer Stärke machen. Die Direktzahlungen werden ausgewogener auf die einzelnen Mitgliedstaaten, Regionen und Landwirte verteilt, um die unterschiedlichen europäischen Traditionen, landwirtschaftlichen Verfahren und ländlichen Gemeinden besser zur berücksichtigen.
  • Stärkung der Stellung von Landwirten in der Lebensmittelversorgungskette, um ihnen so den bestmöglichen Marktpreis für ihre Produkte zu ermöglichen. Berufs- und branchenübergreifende Verbände werden mit neuen Rechten ausgestattet, damit sie effizienter arbeiten können. Zudem werden Erzeugerorganisationen unterstützt, um einen direkten Verkauf von Erzeugern an Verbraucher zu ermöglichen.
  • Besserer Schutz gegen Preisschwankungen. Einkommensversicherungen oder Versicherungen auf Gegenseitigkeit werden gefördert. Eine neue Krisenreserve wird Landwirten eine direkte Hilfe für den Fall einer Wirtschaftskrise, einer wetterbedingten oder einer sonstigen Notlage bieten.

Für eine ökologischere und effizientere Landwirtschaft

  • Förderung einer besseren Nutzung der natürlichen Ressourcen Klimawandels und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. 30 % der Direktzahlungen sowie 30 % der Mittel für Programme der ländlichen Entwicklung werden an nachhaltige Produktionsmethoden geknüpft sein. Zusätzlich wird es Sonderbeihilfen für die ökologische Landwirtschaft geben.
  • Verdopplung der finanziellen Mittel für Forschung, Innovation und Wissenstransfer, unter anderem durch eine neue Europäische Innovationspartnerschaft. Diese fördert eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Landwirten und unterstützt diese bei der Modernisierung, damit sie mit weniger Ressourcen mehr und bessere Produkte erzeugen können.

Wiederbelebung des ländlichen Raumes und der ländlichen Gemeinden

  • Steigerung der Zahl der Landwirte in ganz Europa durch eine attraktivere Gestaltung des Berufs für junge Menschen. Junge Landwirte unter 40 Jahren können in den ersten fünf Jahren ihrer Tätigkeit eine zusätzliche Einkommensunterstützung in Höhe von 25 % erhalten.
  • Förderung von Beschäftigung und Unternehmertum durch die Unterstützung ländlicher Unternehmen bei der Erweiterung ihrer Tätigkeiten über die reine Erzeugung hinaus auf Bereiche wie z. B. Lebensmittelverarbeitung oder ländlichen Tourismus.
  • Sicherstellung einer besseren Ausrichtung der Einkommensunterstützung zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung. Nur „aktiven“ Landwirten werden Einkommensbeihilfen gewährt. Landwirte in benachteiligten Gebieten können zusätzliche finanzielle Mittel erhalten. Gleiches gilt für Kleinlandwirte, für die die Beihilferegelung vereinfacht wird.

Die GAP ist von grundlegender Bedeutung für den Schutz der Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Lebens in Europa.

Mehr über die GAP nach 2013 herausfinden


[1] Europas Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 – Öffentliche Diskussion, Zusammenfassung der Beiträge:

http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/debate/report/executive-summary_de.pdfpdf Übersetzung für diesen Link wählen