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22/10/2012
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Ein öffentlicher Raum für Wissen

Der Europäische Forschungsraum setzt sich aus sämtlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Programmen und Strategien in Europa zusammen, die eine grenzüberschreitende Perspektive beinhalten. Gemeinsam geben sie Wissenschaftlern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen die Möglichkeit zu mehr Mobilität, verstärktem Wettbewerb und zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Somit bieten sie Zugang zu einem europaweiten öffentlichen Raum für Wissen und Technologien, in dem die Synergien und Ergänzungsmöglichkeiten der verschiedenen Mitgliedstaaten voll ausgeschöpft werden.

Der EFR umfasst Aktivitäten, Programme und Strategien, die auf allen Ebenen gestaltet und umgesetzt werden: regional, national und europäisch.

Es gibt zahlreiche vollständig integrierte Strukturen und Programme auf europäischer Ebene: das EU-FTE-Rahmenprogramm, einschließlich des laufenden Siebten Rahmenprogramms (2007-2013), der zugehörigen europäischen Agenturen und Unternehmen sowie zahlreicher zwischenstaatlicher Infrastrukturen und Forschungsorganisationen. Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) und die Forschungsaktivitäten der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom), um nur einige zu nennen, bestehen seit über 50 Jahren. Viele wurden in den 1970er und 1980er Jahren gegründet, wie beispielsweise die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die ersten Rahmenprogramme. Es gibt aber auch wichtige neue Organisationen, die die Forschungslandschaft des EFR verändern: insbesondere der Europäische Forschungsrat, die Gemeinsamen Technologieinitiativen und das Europäische Innovations- und Technologieinstitut.

Einige öffentliche Strategien mit weitreichenden Auswirkungen auf die Forschung werden ausschließlich auf europäischer Ebene festgelegt. Neben einer Vielzahl relevanter Binnenmarktregeln betrifft dies in erster Linie staatliche Beihilfen und das Wettbewerbsrecht. Darüber hinaus entwickelt und fördert die EU freiwillige Leitlinien und Empfehlungen, die als gemeinsame europäische Bezugsgrößen dienen. Beispiele hierfür finden sich in Bereichen wie Forscherlaufbahnen und Mobilität, Wissenstransfer und Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Forschung und Industrie. Die EU unterstützt zudem einen breit angelegten Ansatz für Innovation, der Forschungs- und Innovationsstrategien umfasst und deren Integration vorantreibt.

Während ein Großteil der Forschungsaktivitäten, -programme und -strategien auf regionaler und nationaler Ebene durchgeführt wird, verfügt kein einziges Land über ausreichend Ressourcen, um weltweit wettbewerbsfähig zu sein. Zur Stärkung des EFR soll die Gestaltung und Umsetzung dieser Aktivitäten und Strategien zunehmend grenzüberschreitend ausgerichtet werden was gegebenenfalls eine transnationale Zusammenarbeit mit einschließt. Diese Aktivitäten müssen jedoch nicht unbedingt zentral von Brüssel aus geleitet werden, da eine länderüberschreitende Zusammenarbeit zur effizienten und wirtschaftlichen Nutzung nationaler und regionaler Ressourcen beiträgt.